Zum Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener

Jüngst fand im Rahmen des Projekts „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte. Forschungen zum Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit“ der Stiftung Sächsische Gedenkstätten die letzte Übergabe sog. schicksalsklärender Dokumente an die Angehörigen in Belarus statt. Solche Zeremonien hat es in Belarus zuvor bereits in 2006 in Mogiljow, 2008 in Witebsk, 2009 in Minsk und 2010 in Gomel und Brest gegeben. Den Abschluss der Aktion bildete nun die Festveranstaltung in Grodno.

Hintergrund ist ein seit 2000 laufendes Projekt im Auftrag der Bundesregierung und unter Leitung der Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Ziel ist die Digitalisierung aller Personalunterlagen der Wehrmacht zu sowjetischen Kriegsgefangenen, um diese für humanitäre und wissenschaftliche Zwecke eingeschränkt zur Verfügung zu stellen. Zu den Partnern in Russland gehören der Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation, das Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation, das Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation (ZAMO) sowie die staatlichen Archivdienste und der FSB, in der Ukraine sind es das Staatliche Archivkomitee und der SBU (früher KGB) und in Belarus der KGB und die staatlichen Archivdienste.

Seit 2008 gibt es eine Datenbank im Internet zu sowjetischen Kriegsgefangenen und Kriegsgefangenenlagern auf der Grundlage sowjetischer und deutscher Dokumente. Mit Bezug darauf wenden sich immer wieder Menschen, darunter auch aus Belarus, an die Dokumentationsstelle mit der Bitte um Aufklärung des Schicksals ihrer Angehörigen.

Über die Aktivitäten im Rahmen des Projektes gibt es eine kleine Ausstellung, die derzeit in Grodno gezeigt wird.

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