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Neues aus den Universitäten

Bereits im April ist der Versuch des Landes gescheitert, am Bologna-Prozess teilzunehmen. Die Bewerbung vom Dezember 2011 wurde für die nächsten drei Jahre blockiert mit dem Hinweis auf die unzureichenden Anstalten der Republik Belarus im Bereich politischer Freiheiten. Damit ist Belarus das einzige europäische Land von 47 Nationen, das nicht am Aufbau einer gemeinsamen Region für Höhere Bildung (EHEA) beteiligt ist. Mitmachen darf aber Azerbajdzhan, das auch nicht gerade ein demokratisches Musterland ist. Eine neuerliche Bewerbung ist möglich, eine Entscheidung fällt aber erst 2015 in Jerewan.

Der Erziehungsminister, Sergej Maskevich, hat daraufhin den Vorwurf erhoben, die Entscheidung sei aufgrund politischer Erwägungen gefallen, womit er wahrscheinlich nicht ganz Unrecht hat.

Eine ausführliche Analyse der Situation der Hochschulen in Belarus unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Engagements sowie statistisches Material findet sich in den Belarus-Analysen Nr. 7 (26.6.2012).

Museumswissenschaftliche Fachliteratur

Eine neue Dissertation zur Museumslandschaft in Belarus war Anlass für mich, mal einen (nicht vollständigen und nicht erschöpfenden) Blick auf die Fachliteratur zu Fragen rund ums Museum zu werfen. Die erwähnte Dissertation von Evgenija Krasnova (russisch) gehört zweifellos dazu, so wie auch die Arbeiten von Tamara A. Džumantaeva, die bis dahin die einzige Doktorarbeit zu den belarussischen Museen (zur „Entwicklung der Kulturmuseen in Grodno“, 2009, belarussisch) vorgelegt hatte.

Hier deutet sich bereits ein Problem für ausländische Wissenschaftler an: Wer einen genauen Blick auf die belarussische Museumsszene werfen will, der muss auch belarussisch zumindest lesen können. Z.B.

Alexander A. Gužalovskij, Professor für Museumswissenschaften an der BGU, schreibt meist auf belarussisch. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen, darunter die dreibändige Übersicht über die Geschichte der belarussischen Museen von 1918 bis 1991 (letzter Band: Minsk 2004) sowie die umfangreiche Einführung in dem Nachschlagewerk „Muzei Belarusi“, Minsk 2008.

Ebenfalls zur Lage der belarussischen Museen publiziert Alla Staskevič vom Institut für belarussische Kultur, und zugleich Vorsitzende von ICOM Belarus. Vgl. Музеи Литвы и Беларуси: пути и перспективы развития в XXI веке: [материалы конференции, Минск ― Вильнюс ― Тракай, 2006―2007 / составители: Е. Матевосян, В. Повилюнас, А. Сташкевич]. – Минск [и др.], 2007. – 111 c. Das Institut für belarussische Kultur sammelt übrigens statistisches Material über die Museen des Landes, was allerdings nur unregelmäßig veröffentlicht wird.

An der im Exil befindlichen Europäischen Humanistischen Universität in Vilnius beschäftigt sich Alexander Kolbaska mit dem Thema, der auch viel auf Englisch publiziert, über Belarus hinaus in andere Länder schaut und dabei Fragen des Museumsmanagements berührt.

Eine eigene Fachzeitschrift gibt es in Belarus nicht. Unregelmäßig erscheinen lediglich die Музейныя сшыткi. Навуковая апрацоўка музейных прадметаў. Пiсьмовыя i фотадакументальныя помнiкi: Навук.-метад.зб. – Мн.: БелIПК sowie eine Sammlung von Aufsätzen zu Museumsfragen vom Staatlichen Museum für Geschichte. Für allgemeine Fragen der Museumswissenschaften und theoretische Aspekte sind die entsprechenden russischen Zeitschriften zu nennen, z.B. Voprosy Museologii, Mir Muzeja u.a. Die Berichte zur Entwicklung der Museumslandschaft, ihrer Institutionen und Personen, beziehen sich hier natürlich auf Russland – die Lücke für Belarus bleibt bisher offen. Einzelne Aufsätze zum Museumswesen dagegen finden sich in folgenden Zeitschriften: Vestnik Instituta sovremennych znanii, Vestnik Belarusskogo gosudarstvennogo universiteta kul’tury i iskusstva (auf belarussisch) sowie Čelovek. Gramadstva, Svet (Informationsministerium).

2003 ist ein Leitfaden zur Behandlung von Sammlungsgut erschienen (Naučnaja obrabotka muzejnych predmetov, Mogiljov 2003) sowie 2004 ein Wegweiser zur Entwicklung musealer Konzeptionen (Канцэпцыя развiцца музейнай справы, Minsk 2004, hg. vom Kulturministerium). 2005 hat das Nationale Kunstmuseum einen Sammelband herausgegeben (Muzej kak kreativnoe prostranstvo kul’tury, Minsk 2005) und 2006 veröffentlichte das Erziehungsministerium zusammen mit der Vitebsker Universität ein Handbuch für Studenten (Музей. Вучэбна-метадычны комплекс, Vitebsk 2006).

Die häufigste Publikationsform ist die Veröffentlichung von Konferenzbeiträgen, wie z.B. 2009 „90 год Вiцебскаму абласному краязнаŷчому музею (2009), darin ein Aufsatz über die Entwicklung des belarussischen Ausstellungswesens. Es lohnt sicher daher, die rege Konferenztätigkeit der Museen zu verfolgen. 2010 schließlich ist die Veröffentlichung Культурная спадчына, менеджмент, маркетинг (Minsk 2010)  erschinen.

Der Zugang zu internationaler Literatur und vor allem Zeitschriften ist sehr eingeschränkt. Sei es, weil die Bibliotheken kein Geld für Ankäufe haben, sei es, weil es doch einen Filter gibt, so dass es so manche Veröffentlichung nicht in die belarussischen Kataloge schafft. Fachliteratur zu allgemeinen Fragen des Kulturmanagements ist auch in Russland erst in den letzten Jahren erschienen, seitdem aber eine große Anzahl von Büchern und Aufsätzen. Hier lohnt sich ein Blick in die Publikationsliste des Studiengangs an der Petersburger Universität (G.L. Tul’činskij und E.L. Šekova). Aber nicht mal diese Literatur oder auch die verschiedenen Angebote von ICOM Russland sind hierzulande immer bekannt, geschweige denn verbreitet.

 

Studiengänge zum Kulturmanagement in Belarus/Weißrussland

In der letzten Woche hatte ich Gelegenheit, an der Verteidigung einer Doktorarbeit (hier: Kandidat der Wissenschaft) zur „Zeitgenössischen Museumslandschaft in Belarus“, teilzunehmen – Anlass, einen Blick auf die verschiedenen Studiengänge zum Kulturmanagement in Belarus zu werfen.

Da ist zum einen das Angebot „Management des Kultur- und Sozialbereichs“ an der vergleichsweise jungen Universität für Kunst Kultur in Minsk. Eben diese Hochschule bietet darüber hinaus den Studiengang „Museumswissenschaften, Konservierung und Restaurierung historisch-kultureller Objekte“ an, wo die o.g. Dissertation verteidigt wurde.

An der Staatlichen Universität kann man an der Historischen Fakultät „Museumswissenschaften und Ethnologie“ belegen, an der Humanistischen Fakultät Kulturologie oder Medienmanagement am Institut für Journalistik studieren.

Die Universität Vitebsk hat einen Studiengang «Museumswissenschaften und Erhaltung historisch-kulturellen Erbes» eingerichtet.

Einige der Studiengänge führen zum Bachelor, der hier längere Zeit in Anspruch nimmt als in den meisten westlichen Universitäten, andere sind Master-Aufbaustudiengänge, die wiederum nur ein Jahr dauern. Am Bologna-Prozess in Belarus nicht beteiligt, so dass man hier nicht von einer automatischen Anerkennung der Studienleistungen ausgehen kann. Derzeit gibt es Überlegungen auf deutscher Seite, einen neuen, eigenen Masterstudiengang „Kulturmanagement“ über zwei Jahre zusammen mit einer belarussischen Universität einzurichten.

Die erwähnte Dissertation ist übrigens erst die zweite dieser Fachrichtung. Schwerpunkt der Arbeit ist die Vermittlungsarbeit der Museen in ihren Dauerausstellungen. Leider muss man bemängeln, dass die Autorin auf einen Blick jenseits von Belarus verzichtet hat, mit der Begründung, die „vaterländische“ Museumslandschaft analysieren zu wollen. Insgesamt ist die Arbeit ein weiterer wichtiger Schritt zur Professionalisierung der hiesigen Museumslandschaft, hält aber dem wissenschaftlichen Standard der internationalen Museumswissenschaften nicht stand.

Die Verfasserin, Evgenija L. Krasnova, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Regionalmuseums Vitebsk, die erste Absolventin, Tamara A. Džumantaeva, Direktorin des Polocker Schloss- und Museumsensembles. Sie ist bei der Disputatio als eine der beiden Opponenten aufgetreten. Der zweite war Aleksandr A. Gužalovskij, Professor für Museumswissenschaften an der Staatlichen Universität (siehe oben) – die Museumswelt ist hier noch sehr überschaubar. Der Verlauf der Veranstaltung erinnerte mich ansonsten an meine eigene Verteidigung der Doktorarbeit: Vortrag der Kandidatin, Diskussion, Vorträge der Opponenten, die eigentliche Verteidigung. Das Ganze dauerte ca. 3 Stunden, alles sehr formalisiert, dafür aber auch deutlich feierlicher als ich es, zumindest an der Freien Universität Berlin, kennengelernt habe. Herzlichen Glückwunsch, Evgenija!

Gehälter an der Staatlichen Universität

Foto: istfak.bsu.ru

Im Februar und April habe ich einen „Speckurs“, also nach deutschem Sprachgebrauch eine „Übung“ an der Historischen Fakultät der Staatlichen Universität abgehalten. Mein Auftraggeber war der Lehrstuhl für Museumswissenschaften und Ethnologie und das Thema meines Kurses das „Ausstellungsmanagement“.

Insgesamt habe ich 49 akademische Stunden (à 40 Minuten) unterrichtet, die nach für mich noch immer undurchschaubaren Berechnungen in Vorlesung, Seminar, Hausaufgaben, Konsultation, Examen und Kontrollarbeiten aufgeteilt waren. Letztlich belief sich der Aufwand auf eine Arbeitszeit, wie sie in Deutschland für ein Seminar im Semester anfällt, die Vorbereitung und Korrekturen der Seminararbeiten freilich ausgeschlossen. In diesem Fall habe ich noch die Kopien für die Studenten hergestellt, was hier deutlich teurer ist als in einem deutschen im Copyshop.

Für all das habe ich ein Honorar in Höhe von 948.000 BY Rubeln bekommen, zum Auszahlungszeitpunkt ca. 94 €. Hätte ich den Rang eines Professors (hier: Doktor der Wissenschaften) (und nicht bloß einen Doktortitel, hier: Kandidat der Wissenschaften), dann hätte ich (unwesentlich) mehr bekommen. Erhalten habe ich das Honorar am 10. April, dem Tag jeden Monats, wo alle Dozenten und Angestellten der Uni ihr Geld bekommen. Man erhält es in bar und muss es sich an der zentralen Kasse der Universität gegen Vorlage des Passes abholen. Das hat aber immerhin einwandfrei geklappt!

Die auch für belarussische Verhältnisse niedrige Bezahlung für die Lehre führt dazu, dass es immer weniger Nachwuchs für die Universitäten gibt. Das wiederum hat zur Folge, dass das Durchschnittsalter der Professoren und Dozenten immer weiter ansteigt, wie der Rektor der Universität kürzlich beklagte. Es liegt zwischen 57 und 65 Jahren! Ein junger Dozent, der noch keinen akademischen Titel trägt, erhält derzeit im Monat 2.600.000 Millionen BY Rubel (ca. 310 $), ein Professor immerhin schon 6.500.000 BY Rubel (ca. 780 $). Die Lehrbelastung bei den Engagements ist dabei deutlich höher als bei uns, von dem niedrigen Organisationsgrad und bürokratischen Aufwand aller Aktivitäten, die nochmals Zeit kosten, ganz zu schweigen.

Archive in Belarus/Weißrussland

Ein Forschungsprojekt führte mich jüngst erstmals in belarussische Archive. Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen in verschiedenen russischen Archiven zu unterschiedlichen Zeiten, war ich hier überrascht, wie einfach und letztlich unkompliziert der Zugang funktionierte. Natürlich braucht man auch hier ein Empfehlungsschreiben, aber einmal registriert, geht es problemlos.

Mein Thema war der „Große Vaterländische“, für den es einen eigenen, zweisprachigen (russisch – deutsch) Archivführer über die vorhandenen Bestände in allen Archiven von Belarus gibt: Dokumente zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges in den Staatsarchiven der RB, 1941-1945, Minsk 2003.

Ähnlich positive Erfahrungen habe ich im Archiv für Kino- und Fotodokumente sowie im Minsker Bezirksarchiv gemacht. Angeblich ist auch das Militärarchiv für die Nutzung offen, wie es in einem Bericht anlässlich des „Tags der Archivare“ (6. Oktober) in der Militärzeitung heißt. Dieses Abenteuer steht mir noch bevor. Ebenso der Versuch, in das bisher geschlossene KGB-Archiv zu gelangen.

Einen guten Überblick verschaffen kann man sich auf der zentralen Website der Archive, von wo man auch zu allen anderen Archive gelangt.

Akten zur Geschichte von Belarus, die sich in ausländischen Archiven befinden, sollen in einer Datenbank zusammengefasst werden. Das Protal soll Archive der GUS und anderer Staaten zusammenführen. Von besonderem Interesse sind dabei die Dokumente zur Familie der Radziwills, die sich größtenteils in Warschau und teilweise in Litauen, Russland, der Ukraine und Deutschland befinden.

Ein Archivthema, das hier viel Beachtung findet, ist die Ahnenforschung. Auf der Seite der Staatlichen Archive wird gesondert auf weitere Datenbanken und Quellen verwiesen, mit denen man genealogische Forschungen betreiben kann. Hier wiederum gilt ein besonders Augenmerk der jüdischen Geschichte. Was die Suche nach Soldaten in Belarus aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges betrifft, gibt es einen umgekehrten Hinweis auf den Seiten des DRK für Belarus/Weißrussland.

Budget der Belarussischen Staatlichen Universität

Einer Meldung von BelaPan  im Februar zufolge betrugen die Einnahmen der BGU im Jahre 2011 642.9 Billionen Rubel ($ 77 Millionen). Das sind 60% mehr als im Vorjahr, so der Rektor der Universität. Von diesen Einnahmen stammen 45 % (291.9 Billionen Rubel) von der Regierung. Den größten Teil machen die Studiengebühren aus, ca. 60 % der knapp 30.000 Studierenden müssen diese entrichten. Davon sind ca. 2.000 Ausländer aus 53 Ländern, so die Angaben der Universität.

Professorengehälter Belarus/Weißrussland

Die Gehälter für wissenschaftliches Personal sind zum 1. Februar um 50 % angehoben worden. Grund ist die Steigerung der Zahlungsrate von Bestarbeiter um 32.5 % zum 1. Januar, die als Maßstab für Gehälter gilt. Demnach erhält jetzt ein Junior-Lehrbeauftragter mindestens 1,8 Mio Rubel im Monat, ein Senior-Lehrbeauftragter mindestens 2,2 Mio Rubel (derzeit 260 $). Betroffen von der Erhöhung sind 13.000 Wissenschaftler.

Die von Lukaschenko versprochenen 500 $ als Durchschnitt bleiben aber vorläufig ein Wunschtraum. Ein Lektor für russische Sprache mit einem Lehrdeputat von annähernd 38 Stunden erhält derzeit 120 $, ein Sonderlehrbeauftragter 10.000 Rubel (ca. 1 €) pro Stunde Lehre.

Seminare zum Ausstellungs- und Museumsmanagement

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Reihe von Veranstaltungen für Mitarbeiter/-innen von weißrussischen Museen am Goethe-Institut geben. Anders als im letzten Jahr wird eine regelmäßig tagende Arbeitsgruppe zusammenkommen, die sich aus einem festen Teilnehmerkreis zusammensetzt. Die Museumsfachleute erhalten am Ende ein Zertifikat über ihre Teilnahme, ausgestellt vom Goethe-Institut, ICOM und Tradicia History Service. Darüber hinaus finden zwei mehrtägige Workshops zur Vertiefung einzelner Themen statt.

Der Ausschreibungstext zur Bewerbung um die Teilnahme ist ab heute in deutscher, russischer und belarussischer Sprache auf der Website des Goethe-Instituts zu finden.

Außerdem habe ich in der vergangenen Woche mit meinem „Speckurs“ zum Thema Ausstellungsmanagement an der Historischen Fakultät am Lehrstuhl für Museumswissenschaften der Staatlichen Universität begonnen. Eine durchaus lohnende Erfahrung: Die Studierenden sind engagiert und saugen den Stoff praktisch auf, zur Bearbeitung von Texten, Websites etc. kann ich auf deutsche, englische und französische Sprachkenntnisse zurückgreifen, die Technik (Beamer, WiFi) hat bis jetzt einwandfrei funktioniert.

Weniger erfreulich sind das Honorar (10.0000 Rubel (ca. 1 €) pro Stunde), nur mäßig geheizte Räumlichkeiten mit zwar vielen PCs, dafür aber keiner Tafel, einer Flipchart o.ä., die nicht vorhandene Fachliteratur für einen Handapparat und die Organisation seitens der Uni. Dafür ist es umso erstaunlicher, dass sich aber auch inhaltlich niemand um mich kümmert, sprich: ich bin vollkommen frei in der Wahl meiner Seminarinhalte und Beispiele, incl. uneingeschränktem Zugang zum Internet. Auch hier also wieder die so oft zu beobachtende Ambivalenz: Ein insgesamt zu niedriges Niveau, nicht nachvollziehbare Strukturen und vor allem die eingeschränkte Freiheit zu Forschung und Lehre behindern den Beitritt des Landes zum Bologna-Prozess. Eine Kontrolle oder Aufsicht ausländischer Referenten, so jedenfalls meine eigene Erfahrung, findet offenbar nicht systematisch statt.

Institut für Deutschlandstudien jetzt an der BGU

Das Institut wurde 1998 auf Initiative der Deutschen Botschaft in Minsk gegründet und war zunächst an der Europäischen Humanistischen Universität angesiedelt. Diese wurde 2004 verboten und zog nach Vilnius um. Das Institut blieb in Minsk und war seit März 2005 Teil des Center for International Studies (CfIS). Seit dem 5. Oktober befindet es sich nun an der Staatlichen Universität.

Das Institut fördert die Verbreitung der deutschen Sprache in Belarus, bietet Informationen über Deutschland und  verschiedene Studienangebote an. Innerhalb der BGU soll es die Kooperation mit wissenschaftlichen, pädagogischen und touristischen Einrichtungen in Deutschland fördern und gemeinsame Forschungsprojekte auf den Weg bringen. Außerdem ist dem Institut ein Lektor der Robert Bosch Stiftung angegliedert.

Zusammen mit dem Goethe-Institut und dem IBB ist dies die dritte prominente deutsche Einrichtung in Minsk. Das anhaltende Interesse – für die Kurse am GI gibt es sogar eine Warteliste – belegt, dass sich der aktuell negative politische Kurs gegenüber Deutschland nicht bis in die Gesellschaft durchsetzt. Nach wie vor ist Deutschland ein geschätzter Partner, das persönliche Verhältnis auf der Arbeitsebene in der Regel freundschaftlich und kollegial.

 Meldungen zur Eröffnung des Instituts an der BGU (12.10.2011):

http://www.ont.by/news/our_news/0070397

http://naviny.by/rubrics/germany/2011/10/04/ic_news_625_377741/