Museumspädagogik

Vom aktuellen Stand der Fachdiskussion zur Museumspädagogik in Belarus konnte ich mich auf einem Fortbildungsseminar in der vergangenen Woche überzeugen. Veranstaltet vom Institut für Kultur in Belarus waren ca. 40, meist junge Museumsmitarbeiter/-innen aus ganz Belarus nach Minsk gekommen, um fünf Tage über „Ort und Rolle des Museums im Kontext aktueller Bildung“ zu sprechen. Nach einführenden Vorträgen über Tendenzen und Methoden der Bildungsarbeit im Museum, stellten Mitarbeiter/-innen aus verschiedenen Museen konkrete Projekte vor, darunter die pädagogische Arbeit der „Schloss- und Parkmuseen“ in Gomel, die sich mit einer beeindruckenden Vielfalt an Angeboten auf die Zielgruppe von Kindern mit Behinderungen spezialisiert hat, ein Museumsspiel für Schüler und Jugendliche im Staatlichen Historischen Museum, ein Programm für Senioren in der Städtischen Galerie Schtschemeljowa sowie Veranstaltungen für Erwachsene zur Traditionspflege im „Staatlichen Museum der Volksarchitektur und Alltagslegen der Republik Belarus“.

Ein Blick in eine nachgebaute Hütte im Museum für Volksarchitektur.

Schwerpunkte der weiteren Seminartage waren die Nutzung verschiedener Technologien in Museen, die Erfahrungen mit der „Langen Nacht der Museen“, die es auch in Belarus gibt, sowie der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmer/-innen.

Während auf der einen Seite die in sowjetischen Zeiten praktizierte, eher strenge und monologische Form der Pädagogik noch in einigen Veranstaltungsformen erkennbar ist, zeugt das Spektrum der Angebote von einer enormen Entwicklung in den letzten Jahren. Beeindruckend sind vor allem der professionelle Zugang der Kollegen/-innen und die offenbar vorhandene Aufgeschlossenheit gegenüber Fragen der Besucher- und Zielgruppenorientierung, des Marketings und alternativer Finanzierungsmodelle. So haben die Museen in Gomel beispielsweise jüngst eine eigene Tourismusabteilung eingerichtet! Leider fehlt es den Museen, wie auch anderswo, häufig an Personal, Geld und Material, die eigenen Ideen umzusetzen. Hier bewährt sich dann der über Jahrzehnte eingeübte Einfallsreichtum, aus schwierigen Umständen das Beste zu machen.

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