Kurzfilm zur Erinnerung an den Holocaust in Belarus

Foto: http://www.jewish.ru/culture/cinema/2012/05/news994307368.php

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, den Film „Tufel’ki“ (Schuhe) (Belvideocentr, Regie Konstantin Fam, Produzent Jurij Igrusha, ein belarussisch-russisch-tschechisches Projekt) zu sehen. Der 18-minütige Film, ohne Dialoge nur mit Musik unterlegt, zeigt die künstlerisch verarbeitete Erinnerung an das Schicksal einer Familie im Holocaust: Ein junges Paar verliebt sich, heiratet und wird später Opfer der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten. Dies alles wird sozusagen aus der Perspektive der Schuhe der Menschen erzählt, indem die Kamera nur die unteren Beine der Personen im Blick hat. Dahinter steht die Idee (von Dmitrij Paschkov), ausgehend von der Ansammlung der Schuhe der Opfer in Auschwitz, ein konkretes Schicksal zurückzuverfolgen und so herauszufinden, wer in diesem einen Paar Schuhe gesteckt hat.

Auf den ersten Blick berührt der Film. Bei näherer Betrachtung jedoch ist zum einen die Geschichte, die das Schicksal aller vernichteten Juden mit der persönlichen Rache aus Eifersucht verbindet, wenig überzeugend. Zum anderen ist die Idee, wirklich nur die Schuhe „sprechen“ zu lassen, nicht konsequent umgesetzt, indem doch viel mehr von den Menschen gezeigt wird. Dadurch bleibt dieser Versuche einer Annäherung an das Thema auf halbem Wege stecken und überzeugt letztlich nicht.

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