Das Azgur-Museum

Eines der außergewöhnlichsten Museen in Minsk ist sicherlich das Azgur-Gedenkmuseum. Es befindet sich in der ehemaligen Werkstatt des Bildhauers Zair Isaakovich Azgurs (1908-1995). Schon allein die Familiengeschichte des jüdischen Künstlers mit dagestaner Wurzeln ist bemerkenswert. Er studierte übrigens auch bei Ju. Pen, der auch ein Lehrer Chagalls gewesen war.

In seiner Minsker Werkstatt fand, wie auch bei dem Künstler Michail Savickij, zu Lebzeiten des Künstlers ein Lehrbetrieb für die Studenten statt. Nach seinem Tode entstand hier 1996 das Museum, dessen Konzeption unter der, man möchte fast sagen, quirligen Direktorin den Werkstattcharakter überzeugend aufnimmt. In dem eindrucksvollen Raum voller riesiger Büsten und Skulpturen aller Sowjetgrößen veranstaltet das Museum seit 2000 regelmäßig Events, Performances und Museumstheater. Damit ist das einzige monographische Museum in Minsk zu einem Kultort für die junge Generation und ein Geheimtipp für Museumstouristen geworden. In der langen Nacht der Museen ist kein Durchkommen und die Karten lange im Voraus ausverkauft.

Bis 2004 war das Haus mit seinen 397 m² Ausstellungsfläche eine Filiale des Nationalen Kunstmuseums, seitdem ist es der Stadt zugeordnet.

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