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Die Wolfsjagd – Epilog

Noch immer hängt mir meine Begegnung mit den Wisenten nach – diese stille gegenseitige Betrachtung in im tief verschneiten, frostigen Wald, voller Verwunderung über den anderen. In diese Träumerei hinein kommt die Meldung von BelaPan vom 30. Januar: Offenbar aufgrund eines Jägerfehlers (!) ist in der Region um Gomel’ ein weibliches Wisent getötet und ein weiteres verletzt worden. Erst Tage später wurden sie in dem wenig besiedelten Gebiet gefunden. Ob das verletzte Tier überlebt, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Von den Jägern, die die Tiere vermutlich mit Wildschweinen verwechselt hatten, keine Spur. So grausam kann die Jagd sein!

Die Wolfsjagd – Eine Fortsetzungsgeschichte (6)

Glückliche Jäger!

Das war’s! Was für ein Abenteuer! Der Wolf ist dabei nicht mehr in Erscheinung getreten, dafür aber noch mal mehrere Herden Wisente, Rehe und andere Waldbewohner. Außerdem lachte über unserem letzten Jagdtag die Wintersonne bei nach wie vor 16˚C Frost. Die Spurensucher waren aktiv, wenn auch erschöpft, und so wurde doch noch eine Drückjagd möglich, nachdem wir erstmals selber eine echte und klare Wolfsspur im Pulverschnee gesehen haben. Ganz in der Nähe fanden sich dann noch die Reste [sic!] eines Rehs, das mehrere Wölfe am selben Tag gerissen hatten. Offenbar war er selber aber schon weg, so dass das zweistündige Warten in der Kälte ohne Erfolg blieb.

Was die Wölfe von einem Reh übrig gelassen haben.

 

 

 

 

Es blieb dann noch Zeit für einen kurzen Abstecher zu einem Denkmal an einen der vielen historischen Orte im Wald. Ein Gedenkstein erinnert an eines der vielen zerstörten Dörfer. Wer sie zerstört hat, bleibt freilich meist offen, in diesem Fall wohl die Deutschen, 1942 war der Partisanenkrieg noch nicht voll entbrannt. Mehr als dieser Stein erinnert an dieses Dorf nicht, von dem man nicht mal mehr den Namen weiß.

Gedenkstein für ein unbekanntes, zerstörtes Dorf.

 

 

 

Alles in allem konnten wir Waldmenschen wie Bürokraten schließlich doch noch davon überzeugen, dass das ganze Unternehmen für uns ein Erfolg und großes Abenteuer war. Erst dann haben letztere uns verraten, dass sie uns wie die Italiener gefürchtet hatten: Nix klappt bei der eigenen Reiseorganisation, und wenn nicht am ersten Tag erfolgreich geschossen wird, dann hagelt es Beschwerden. Und so trinkfest wie wir seien sie auch nicht! Darauf wurden dann einvernehmlich die letzten Flaschen geleert und eine Verabredung für’s nächste Jahr getroffen! Waidmanns Heil!

Die Wolfsjagd – Eine Fortsetzungsgeschichte (5)

Allmählich wird es eng. Heute ist der letzte Tag und bisher hat sich der Wolf nicht gezeigt. Offenbar sind außer den Bürokraten (schlechte Publicity!) auch die Waldmenschen enttäuscht, was sich an dem deutlich verminderten Wodkaverbrauch messen ließ. Für sie fällt das Wochenende aus, heute, am Samstag, heißt es wieder stundenlang bei eisiger Kälte (heute morgen – 16˚C) Spuren suchen, zu Fuß und auf Skiern. Morgen kommen schon die nächsten Jäger – Gott sei Dank nur zur Wildschweinjagd, also einer leichten Beute gegenüber dem Wolf.
Derweil genießt mein Schwiegervater den Schnee, die Wintersonne und den Wald. Von dessen Zustand ist er ganz begeistert, kann er es als Jäger, Landwirt und Waldbesitzer doch beurteilen. Bemerkenswert ist zunächst die wirklich große Fläche des Waldes in Belarus, dem einzigen Land in Europa, in dem der Verbrauch, also die Abholzung des Waldes, hinter dessen Zuwachs zurückbleibt. Hierfür gibt es offenbar mehrere Gründe. Zum einen hat es nach dem Krieg bis in die 50er Jahren eine systematische Aufforstung gegeben, bei der die Männer, so berichteten uns die Waldmenschen, die Löcher mit den Spaten gestoßen und Frauen und Kinder die Setzlinge eingepflanzt haben. Sieht man mal von den sicher katastrophalen Arbeitsbedingungen ab, so hat sich das für den Wald sehr bewährt. Auch die Tatsache, dass selbst abgelegene Gebiete mit der Gaszentralheizung versorgt sind, also nicht auf den sprichwörtlichen Ofen angewiesen sind, schont den Wald, der in großen Teilen unter Naturschutz steht. Hinzu kommt ein, offenbar im Unterschied zu Russland, gut organisierter und effektiver Brandschutz im Sommer, der freilich vom feuchteren Klima begünstigt wird.
Ein Blick in die Dörfer offenbart noch etwas anderes: Trotz postsowjetischer Planwirtschaft, zeigt sich gerade hier, anders als in dem am Reißbrett und im sozialistischen Größenwahn geplanten Minsk, die offenbar nicht auszurottende Tradition und Kultur der Selbstversorgung und Eigeninitiative – auch dies deutlich anders, als in Russland. Hier bekommt das Sprichwort, die Belarussen seien die Deutschen unter den Slawen, einen greifbaren Sinn. Die Häuser, teilweise noch aus ganz altem, also Vorkriegs-Baumbestand gebaut, und die Vorgärten sind gepflegt und individuell angelegt. Bezugspunkte in der Umgebung sind die Kirchen, fast in jedem größeren Dorf stehen neben den katholischen (die vom Einfluss Polens zeugen) teilweise neue orthodoxe Gotteshäuser (um sich gegen die Katholiken zu behaupten!).
Der Wald ist dabei zugleich Objekt der Hege und Pflege, ebenso wie der Nutzung. So war die letzte Aktion nach erfolgloser Jagd gestern Abend die Anlieferung eines riesigen Stückes Biberfleisches auf unserer verschneiten Kreuzung im Wald, bestimmt für ein Minsker Restaurant.  Während die Städter die Delikatesse aus dem Wald genießen, nutzen die Waldmenschen alle Teile des Bibers – vom Fleisch über das Fell, die Innereien, die Knochen und vor allem das Fett.

Die Wolfsjagd – Eine Fortsetzungsgeschichte (4)

Foto: Ochota 12 (2011)

Um es gleich zu sagen: Der Wolf macht es weiterhin spannend. Auch an Tag vier des Abenteuers hat er sich nicht gezeigt. Was offenbar die Experten von BelGosOchota deutlich mehr beunruhigt, als meine Schwiegervater. Mit gewohnter Ruhe und Gelassenheit erinnert er an die unvergleichliche Scheu des Wolfes, der nur wenigen Jägern das Jagdglück beschwert. Die russische Zeitschrift „Ochota“ (Jagd) widmete dieser Faszination ein ganzes Heft im Dezember 2011 .
Über die Beweggründe des Wolfes, sich nicht zu zeigen, ließ sich auch gestern– bei noch milden 6-8 ˚C Frost und Speck und Wodka im Wald – trefflich spekulieren: Ist es ihm zu kalt und er schläft, um Kräfte zu sparen? Oder ist es noch nicht lange genug kalt, um auf Futtersuche gehen zu müssen? Sind die besonderen Umstände der Ranzzeit verantwortlich? Gibt es zu viele Rehe in der Gegend, so dass er satt ist und nicht umherzieht? Oder gibt es gar zu wenig Rehe in der Gegend, so dass er immer neue Wälder aufsucht – und in der Nacht bis zu 30 bis 40 km zurücklegt?
Noch immer heißt es also warten. Dies gestaltet sich indes als ein weiterer Kurs in Landeskunde. Immer klarer wird der Unterschied zwischen den Bürokraten und den Waldmenschen. War es schon ein Abenteuer, den Veranstaltern einen Vertrag über die vereinbarten Leistungen abzuringen, so zeigt sich jetzt einmal mehr ihre Aversion, sich in irgendeiner Form festzulegen. Immer wieder wird ein weiteres Telefonat vereinbart, muss der Direktor befragt und die Lage neu analysiert und wiederholt darauf hingewiesen werden, dass es keine Garantie gibt, um nicht festgenagelt zu werden. Dass das ganze Unterfangen einfach ein Vergnügen und eine unvergessliche Erfahrung ist – mit oder ohne Wolf, will ihnen nicht einleuchten. Und da sie zwischen uns und den Waldmenschen stehen, und die Waldmenschen von den Bürokraten abhängig sind (auch wenn es umgekehrt sein sollte), können wir sie davon auch nicht mehr überzeugen.
Ob das in der Harmonie des Wodkagelages gemachte Versprechen, diese Jagd werde nicht ohne den Wolf beendet, tatsächlich eingehalten werden kann, ist also nach wie vor offen. Derzeit läuft der nächste Versuch bei mittlerweile 15 ˚C Frost. Ich persönlich glaube ja, dass es daran liegt, dass niemand Kontakt mit dem Wolf aufgenommen hat. Aber das will natürlich keiner hören, es sei denn, die Waldmenschen haben genau das getan, und der Wolf hat entschieden, dass wir nicht würdig sind, ihm gegenüberzutreten.

Die Wolfsjagd – Eine Fortsetzungsgeschichte (3)

Vorausgesetzt dieses Abenteuer folgt einer geschäftsfördernden Dramaturgie von BelGosOchota, dann ist diese Strategie bisher perfekt: Nachdem sich am ersten Tag kein einziges Tier gezeigt hat, der zweite Tag die Spannung insofern steigerte, als mangels neuer Spuren des Wolfs überhaupt kein Jagdausflug stattfinden konnte, sind wir gestern, Tag 3, in eine neue Phase eingetreten und nun alle restlos vom Jagdfieber gepackt.
Zunächst ging es bei  9 ˚C unter Null in einem ungeheizten, klapprigen Landrover Marke Eigenbau Richtung Naturschutzgebiet westlich von Ivaniec mitten in die Pushcha (in diesem Fall die Volzhinskaja oder Pershajskaja Puscha), wo am Samstag drei Wölfe gesichtet und seit Februar 2010 13 von ihnen geschossen wurden. Zunächst sollte der Treffpunkt ein Freigehege für die im Wald frei lebenden Wisente sein, die dort über die Neujahrfeiertage zur Besichtigung vorübergehend gefangen wurden. Offenbar kamen 10.000 Menschen zwei Wochen, um sie zu sehen, bevor sie wieder frei gelassen wurden. Während wir auf den Rest der Jagdtruppe warteten, kamen 16 der in der Nähe herumstreunenden Tiere ganz langsam auf uns zu. Ein bisschen unheimlich war es schon, gerade diese langsame Annäherung, bei der sich erst allmählich die imposante Größe dieser Urtiere offenbart. Schließlich waren wir fast umringt von großen und kleinen, weiblichen und männlichen Wisenten, die uns ebenso ungläubig musterten, wie wir sie. Und so standen wir eine ganze Weile und haben dieses Schauspiel in der Stille des Waldes genossen. Unterbrochen wurden wir durch den Anruf, der uns zum richtigen Treffpunkt lotsen sollte – die zuverlässige Abdeckung mit Handynetzen jedenfalls macht auch von einem dichten belarussischen Wald nicht halt.
Weiter ging es tiefer in die Pushcha hinein, vorbei an weiteren Herden von Wisenten, zahlreichen Rehen und einigen Wildschweinen (nur die Elche haben sich uns nicht gezeigt) bis zur „Hauptkreuzung mitten in der Pushcha“, d.h. eine tief verschneite Lichtung mitten im Nirgendwo, an der es allerdings tatsächlich an diesem Tag zu verschiedenen Kollisionen von bis zu 6 Autos kam. Dort kamen wir wieder zurück zu den Anfängen, nämlich das Warten auf den Wolf.
Etwa 8-10 Männer, echte Waldmenschen und Naturburschen, wie sie die zivilisierte Damenwelt nur noch selten zu Gesicht bekommt, waren für uns im Einsatz: Der Chef des Nationalparks, unser Betreuer und der Chef von BelGosOchota und vor allem die Spurensucher. Sie sind die wahren Helden der Wolfsjagd, nur sie können ihn aufspüren. Die Wolfsjagd ist eine der schwierigsten und benötigt viele Leute im Einsatz. Schwierig war es auch gestern, da es in der Nacht und auch am Tage wieder geschneit hatte und alle Spuren bedeckt waren. Und so haben wir gewartet, auf Marat und Igor, die beiden Brüder, die in der Pushcha aufgewachsen sind und eine von insgesamt sieben Häusern auf dem Gebiet des Urwaldes bis heute bewohnen. Erst wenn sie frische Spuren gefunden haben, legen sie die „Lappen“ um die Fundstelle herum und grenzen damit das Gebiet ab, in dem sich die Jäger etwa alle 300m aufstellen, um bewegungslos und schussbereit auf den Wolf zu warten.
Immer wieder kamen sie aus verschiedenen Richtungen zu unserer Kreuzung zurück, immer wieder ohne Ergebnis. Einen Wolf haben wir auch gestern noch nicht gesehen, uns dafür aber die Zeit unvergesslich vertrieben. Dazu beigetragen haben Unmengen von Selbstgebranntem, ebenfalls Unmengen von selbstgemachter Wildwurst, geräucherten Schweineohren, eingelegtem Kohl und sauren Gurken, Blinis und Waldkräutertee und viele Geschichten rund um den Wald. Wie er im Krieg großflächig gelitten, aber auch zum Straßenbau, zum Versteck der Partisanen und dem Wiederaufbau von Dörfern beigetragen hat. Wo die Tiere sich aufhalten und wohin sie zur Nacht wandern. Wo die Beeren wachsen, wo welche Bäume aufgeforstet und wie sie gepflegt werden. Wie die Menschen mit und von dem Wald leben und ihn lieben. Dass es West- und Ostbelarussen gibt und die Pushcha das Herz aller Westbelarussen höher schlagen lässt. Es wurde gesunden und gesprochen, auf belarussisch, polnisch, in einer Mischsprache, auf Mat und auch auf russisch, damit ich es verstehen konnte. Je dämmriger es wurde und je mehr Vodka floss, desto melancholischer  wurden die Waldmenschen, rezitierten Gedichte und waren froh, ihre Liebe zur eigenen Sprache, Kultur und Natur mit uns zu teilen.
Als wir nach Einbruch der Dunkelheit nach Minsk aufgebrochen sind, wobei unterwegs noch zahlreiche weitere Toasts ausgebracht wurden, war ich mir gar nicht sicher, was mich mehr beeindruckt und auch berührt hat: Die Wisente oder die Waldmenschen.

Die Wolfsjagd – Eine Fortsetzungsgeschichte (2)

Wolfsjagd in Belarus. Foto: http://www.berliner-zeitung.de/brandenburg/jagdgesetz-die-jaeger-und-der-wolf,10809312,11271432.html

Als ob ich es vorhergesehen hätte: Ein Wolf hat sich zum Auftakt der Jagd ebenso wenig gezeigt, wie irgendein anderes Tier! Wie zur Beruhigung und Aufmunterung zugleich war dafür sicherheitshalber der Direktor von BelGosOchota mit ins Gelände gefahren – immerhin hat er in diesem Winter schon drei Wölfe geschossen!
Während sie bei uns in Deutschland nicht geschossen werden dürfen (sich deshalb auch wieder ausbreiten), leben in Belarus über 1.000 Wölfe, ein großer Teil davon in der Gegend Richtung Tschernobyl, wo nicht geschossen wird.
Jäger gibt es viele, die Anforderungen zur Prüfung sind im Vergleich zu Deutschland leicht. Das eigentliche Jägerhandwerk ist dann jedoch mühsam, der Umgang mit Waffen erfordert eine ungeheure Bürokratie und zudem ist es schwer (und/oder teuer), an gute Waffen zu kommen.
Für uns heißt es weiter warten auf den Wolf. Damit die Zeit nicht zu lang wird, gab es gestern schon mal reichlich Wodka, der dann auch die letzten Sprachbarrieren zu überwinden hilft. Und er wärmt, denn heute heißt es wieder: stundenlang bewegungslos stehen, mit dem Gewehr im Anschlag.

Die Wolfsjagd – Eine Fortsetzungsgeschichte (1)

Das Auslegen der „Lappen“, Foto: Ochota 12 (2011).

Bekanntlich bietet die belarussische Natur ein weites Betätigungsfeld für Jäger. Der Jagdtourismus wird gefördert, die Infrastruktur stetig ausgebaut. Und doch bleibt das Jagen ein Sport für Abenteurer, und wer an einen organisierten Urlaub denkt, liegt völlig falsch.
Dies erfahren wir gerade am Beispiel meines Schwiegervaters, seines Zeichens leidenschaftlicher und erfahrener Jäger, Waldbesitzer und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft in seinem Revier. Nun ist er, wen wundert’s, nach Belarus gekommen, um auch hier sein Glück zu versuchen. Von Wildschweinen redet hier niemand, hier geht es um mehr: Hirsche, Elche, Luchse und auch Bären reizen den Jäger. Am schwierigsten jedoch ist die Wolfsjagd, und genau diese hält uns seit gestern in Atem.
Genau genommen hat es ja schon vorher angefangen, als wir nämlich versucht haben, diese Reise zu organisieren. Viele Möglichkeiten hat man nicht, man wendet sich auch hier vertrauensvoll an den Staat, an BelGosOchota. Mündliche Absprachen unter Jägern und ein Handschlag sollten die Sache besiegeln, und unser Wunsch nach einem Vertrag brachte schon die ersten Schwierigkeiten mit sich.
Die zweite Sorge bereitete das Wetter. Der im Dezember ungewöhnlich milde Winter ohne Schnee drohte uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch das sprichwörtliche Jägerglück stellte sich mit 20 cm Schnee pünktlich Mitte Januar ein.
Die nächste Hürde war dann die Einreise mit der Waffe. Es hätte mich schon stutzig machen müssen, als wir die Kontrollen der Bundespolizei problemlos und freundlich absolviert hatten. Die Ernüchterung kam beim Schalter der Belavia: Trotz aller erdenklicher Anfragen, wie es geht und was wir brauchen, hatten wir das entscheidende Dokument nicht, ohne dass es wirklich und unter keinen Umständen geht, denn „in Belarus ist man sehr streng mit Waffen“. Eine Zeitlang sah es tatsächlich so aus, als wäre das bereits das Ende der Geschichte. Einige Telefonate, das entscheidende ein Monolog Fedor Fedorovichs von BelGosOchota gegenüber dem Belavia-Tageschef, haben dann nach vertrauter Methode dazu geführt, dass es dann heute auch ausnahmsweise mal ohne das Dokument geht.
Nachdem die Waffe dann als Übergepäck bezahlt und als Sperrgepäck aufgegeben war, konnte es losgehen. Hier in Minsk läuft bisher alles nach Plan, wenngleich den auch nur Fedor Fedorovich kennt. Eben jener hat uns empfangen und die Waffe nach einer eher gelangweilten Prüfung des Zolls an sich genommen. Die Überprüfung der Munition ist hier wie dort übrigens unter den Tisch gefallen… Also haben wir uns auf den Heimweg gemacht, um Fedor Fedorovich mitsamt Waffe nach Hause zu bringen. Bass erstaunt darüber, dass wir gar kein Wässerchen zur Begrüßung vorbereitet hatten, kam er nach einem Augenblick mit einer Flasche und einem Teller voll zünftiger Speisen zurück zum Auto, so dass wir erstmal auf das deutsch-belarussische Jägerglück anstoßen konnten.

Nun hängt alles vom Wetter und dem Wolf ab. Ob er Spuren hinterlässt und nicht „durch die Lappen geht“ (so heißt es auf deutsch und auf russisch), ist unter ständiger Beobachtung der Experten. Zur Sondierung des Terrains sind die Herren heute Mittag rausgefahren – 70 km nordöstlich von Minsk. Was auch immer dort passiert, es wird zweifellos die Jägerbande unserer Länder vertiefen – mit oder ohne Erscheinen des Wolfs.