22. Juni 2011 – 70. Jahrestag des Überfalls des Deutschen Reichs auf die Sowjetunion

„Achtung – es spricht Moskau.“ So begann die Mitteilung des offiziellen sowjetischen Rundfunks am 22. Juni 1941 zum deutschen Angriff – heute zu hören auf der Homepage der Festung Brest, dem Ort, an dem die Deutschen die Grenze überschritten. Noch immer läuft einem dabei ein Schauer über den Rücken.

In diesen Tagen finden allerorts Veranstaltungen anlässlich des Jahrestages, des „Gedenktages der Opfer des Großen Vaterländischen Krieges“ statt. Dabei fällt auf, dass es sich überwiegend um wissenschaftliche Konferenzen und Vorträge handelt, wie z.B. in der Gedenkstätte der Festung Brest oder in der Geschichtswerkstatt. Angebote für eine breite Öffentlichkeit gibt es, sieht man von den offiziell inszenierten Gedenkfeieren in vielen Städten ab, kaum.  Auch das Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges zeigt keine Sonderausstellung.

In Minsk war allein eine Schweigeminute für den 22.6. um 18.00 Uhr auf dem Freiheitsplatz angekündigt, übrigens zum ersten Mal, wie ich vielfach gehört habe. Wie befürchtet, diente diese Veranstaltung auch der Besetzung des Platztes, auf dem sich in letzter Zeit Mittwochs abend Kritiker der Reigierung versammeln, und wo für gestern über die sozialen Netzwerke eine Demonstration angekündigt war.

Deutlich präsenter im Stadtbild ist der bevorstehende 3. Juli, der Tag der Unabhängigkeit, der selbst auf ein historisches Datum im Großen Vaterländischen Krieg zurückgeht: den 3. Juli 1944, die Befreiung von Minsk. Auch im „Park des Sieges“, am Komsomolzen-See, sind die Plakate zu sehen. Es ist dies der Ort, an dem am 22. Juni 1941 die Minsker vom Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion erfuhren, als der Park, damals noch unter anderem Namen, öffentlich eingeweiht wurde.

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